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26.08.2008 Maerkische Allgemeine

HANDWERK: Da spuert man jeden Stein

 

Udo Frankenstein hatte beim Pilgertag viel ueber Schuhe und Trippen zu berichten

 

BAD WILSNACK - Pilgern war wahrlich kein Zuckerschlecken. Udo Frankenstein stellt den Pilgerschuh aus dem 12. Jahrhundert vor. Der Lederschuh verfuegt ueber eine duenne Sohle. Da merkt man jeden Stein, erklaert der Nestelmacher und Trippenbauer, wie er sich auf seiner Visitenkarte bezeichnet. Schon etwas komfortabler ist das Modell aus dem 15. Jahrhundert. Doch auch bei diesem Schuhwerk ist der Untergrund noch deutlich zu spueren.

Beim Pilgertag in Bad Wilsnack zeigte und erklaerte Udo Frankenstein Schuhe und Trippen, die er nach alten Vorlagen in seiner Berliner Werkstatt fertigt. Dabei ist er dem Mittelalter nicht nur als Handwerker verbunden. Udo Frankenstein geht selbst auf Wanderung. Die Strecke von Berlin nach Bad Wilsnack legte er auf den Sohlen des 15. Jahrhunderts zurueck. Das sei recht beschwerlich gewesen, gibt er zu. Mit einem Treckingschuh waere die Wanderung sicher angenehmer gewesen, raeumt er ein. Jeder muesse sich fragen, will ich mir das antun, will ich wirklich das Mittelalter erleben? In den alten Zeiten sollte der Pilgerweg nicht bequem sein.

An seinem Stand waren auch verschiedene Trippen zu sehen, die zunaechst wie einfache Holzschuhe aussehen. Dabei handelt es sich jedoch um eine Art Unterkonstruktion fuer das eigentliche Schuhwerk. Die Trippe, die aus einem dicken Holz besteht, wurde unter den Schuh geschnallt, damit dieser geschont werde. Damals stand der Morast auf den Wegen, erklaert Udo Frankenstein. Feine Schuhe waeren da gleich ruiniert gewesen. Die Besucher des Pilgertages und des Markttreibens liessen sich gern von Udo Frankenstein ueber historische Hinter-

Gruende aufklaeren. (Von Michael Beeskow)